Eisstocksportkreis 103 Pröller

Am 7. Mai 1965 wurde der Eisstocksportkreis 103 Pröller gegründet. In einer vom EC Patersdorf einberufenen Vollversammlung der Eisschützenvereine des Landkreises Viechtach am Freitagabend im Gasthaus Siegfried Maurer in Linden konnte der 1. Vorsitzende des EC Patersdorf, Georg Apfl, auch den Landesobmann Franz Zwiebel aus Zwiesel, Bezirksobmann, Max Schreder aus Regen und den Vorsitzenden des Stadtsportverbandes Viechtach, Herrn Nepl, begrüßen.
 
Der neu gebildete Eisschützenkreis erhielt den Namen „Pröller“. Damals wurde der Kreis im Verband noch unter der Nummer 105 geführt.
 
Landesobmann Zwiebel überbrachte die Grüße und Glückwünsche des damaligen Präsidenten des BEV Ferdinand Baumer. Er umriss nochmals den Werdegang bzw. die Entwicklung des neuen Kreises 105.
 
Bezirksobmann Schreder schloss sich den Wünschen an und ging kurz auf die Gliederung des Bezirkes ein, der seit zwei Jahren bestand und 138 Vereine zählte.
 
Aus der anschließend durchgeführten Wahl unter der Leitung von Fritz Schosser aus Gotteszell, der Funktionär beim Kreis „Donauland“ war, aus dem sich der neue Kreis 105 „Pröller“ löste, ging folgende Vorstandschaft hervor:
 
1. Vorstand                            Georg Apfel 
2. Vorstand                            Alois Kluge 
Schriftführer                          Georg Zitzelsberger 
Kassier                                  Siegfried Strohmeier 
Weitschießwart                       Franz Geiger 
Damenwart                            Georg Apfel 
Techn. Berater                        Fritz Schosser 
Kreisschiedsrichterobmann       Ludwig Kandler 
Ausschussmitglieder                Hans Hacker und Karl Thurnbauer 

Einen sehr breiten Raum nahm die Namensgebung des Kreises ein. Namen wie „Teisnachtal“, „Regental“, „Oberer Wald“, „Dr. Eisenbart“ oder „Dreiburgenkreis“ kamen zum Vorschlag. Zunächst einigte man sich auf den Namen „Teisnachtal“. Dagegen meldete der Sportwart der Stadt Viechtach seine Bedenken an. Obwohl die Kreisgründung auf die Initiative der Vereine aus der Gegend von Teisnach, Ruhmannsfelden und Gotteszell kam, sollte man die Zukunft nicht außeracht lassen und mit der Namensgebung nicht nur einen Teil des Landkreises ansprechen. Neppl schlug daraufhin den Namen „Pröller“ vor. Der Pröller liegt zentral und eigne sich für den gesamten Kreis.
 
Bereits 17 Vereine gehörten zu diesem Zeitpunkt dem neuen Kreis an
 
EV Gotteszell e.V. 1926
EEC Gotteszell
EC Eintracht Gotteszell
TVRuhmannsfelden(Geiger)
EC EintrachtRuhmannsfelden(Stern)
SpVggRuhmannsfelden(Linsmeier)
EC Rot-WeißRuhmannsfelden
ESVAchslach
EVRuhmannsfelden
EC Blau-WeißMasselsried
ECTeisnach
ECPatersdorf
SpVggPatersdorf
WSV Frankenried
ECZuckenried
EC Linden
EC Eintracht Furthof
 
Die Vereine EV Gotteszell und der TV Ruhmannsfeldengehörten bereits der Regionalliga an. In der Oberliga befanden sich die Vereine SpVgg Ruhmannsfeldenund der EC Eintracht Ruhmannsfelden. In der Landesliga war kein Vertreter, jedoch in der Bezirksliga befanden sich die Vereine EC Eintracht Gotteszell und der EC Teisnach. Die übrigen Moarschaften schossen in der Kreisklasse.
 
Auch eine Damenmannschaft (EC Patersdorf) war im Kreis tätig, die in der Oberliga ansässig war.
 
Der Kreisneubildung ging eine außerordentliche Generalversammlung des Kreises „Donauland" voraus, dem die Vereine des Landkreises Viechtach angehörten. In dieser Versammlung wurde ein Dringlichkeitsantrag der 17 Vereine behandelt, die sich vom Kreis „Donauland" trennen wollten. Laut Satzung waren dazu 15 Vereine notwendig, um einen neuen Kreis zu bilden.
 
Der Wortführer Georg Apfl vom EC Patersdorf trug den Antrag, der in einer Versammlung am 23.4.65 in Gotteszell beschlossen und formuliert wurde, der Kreisversammlung vor. Betonte aber gleichzeitig, dass der Antrag nicht wegen schlechter Arbeit im Kreis zurückzuführen sei, sondern weil der Kreis „Donauland" ein Mammutkreis sei und die Turniere immer zwei Tage dauern würden. Weiter wurde zu bedenken gegeben, dass der neue Kreis bald mehr als 20 Vereine aufweisen könne.
 
Von den 39 stimmberechtigten Vereinsvertretern stimmten schließlich 28 für und 7 gegen die Teilung. Der Kreisvorsitzende Sepp Stadler gab daraufhin den Kreis Viechtach offiziell frei und wünschte für die Zukunft weiterhin eine gute Zusammenarbeit.
 
Die erste Kreisversammlung nach Gründung des Kreises 105 „Pröller" fand am 6.11.65 in der Gaststätte Maurer in Linden statt. Dort konnte als Neuzugang der WSV Viechtach mit der Sparte Eisschießen begrüßt werden.
 
Es wurden in dieser Versammlung die Sportkameraden Josef Kraus (Gotteszell) und Hans Mayr (Patersdorf) in das Sportgericht gewählt. Als Ersatzmann Otto Benedikt aus Teisnach. Der Vorsitzende des Kreises gehörte damals automatisch dem Kreissportgericht an.
 
Neben den Terminfestlegungen für die Meisterschaften und Pokalturniere wurde ein Wanderpokal vom Kreis 105 „Pröller" ins Leben gerufen. Dieser Wanderpokal um die „Goldenen Daube" wurde erstmals am 23.1.66 in Linden ausgeschossen. Als Ausrichter wurde der EC Patersdorf bestimmt. Gestiftet wurde der Wanderpokal von Willi Kaspar aus Ruhmannsfelden. Die „Goldenen Daube" war ein Silberpokal auf schwarzem Edelholzsockel, 55 cm hoch, mit Deckel der mit einem Silberlorbeerkranz eine echte Daube aus Gold umrahmte. Unter Leitung des LO Zwiebel errang der ESV Achslach diese erste wertvolle Trophäe des neuen Kreises.
 
Die erste Kreis-A-Klassenmeisterschaft wurde am 15.1.66 in Linden ausgetragen. Es beteiligten sich 11 Mannschaften. Als 1. Sieger konnte sich der EC Rot-Weiß Ruhmannsfelden mit den Schützen Jungbeck, Gruber, Ochsenbauer und Kraus auszeichnen. Diese Mannschaft errang damit den Aufstieg in die Bezirksliga.
Am 22.1.66 wurde die erste Kreismeisterschaft in Linden ausgetragen unter der Beteiligung von 20 Moarschaften. 1. Kreismeister wurde der EC Teisnach mit den Schützen Graßl, Benedikt, Löffler und Oswald. In den folgenden Jahren kämpften die Moarschaften um den Erhalt in den Ligen bzw. um den Aufstieg in die nächst höhere Klasse. Immer gelang dies jedoch nicht, sondern man musste auch Abstiege verkraften.
 
Der Kreis 105 wurde bald vom Verband in Kreis 103 „Pröller" umbenannt, weil sich weitere Kreise im Bezirk bildeten.
 
In den nächsten Jahren entwickelt sich der Kreis zur vollen Zufriedenheit bis hin zu 30 Vereinen. Leider haben sich einige Vereine wieder aufgelöst, weil keine geeigneten Führungskräfte vorhanden waren oder sie haben sich mit Großvereinen zusammen geschlossen. Heute gehören dem Kreis 18 Vereine an.
 
In Viechtach entstand im Jahre 1977 eine der größten und schönsten Anlagen, die es in Europa gibt. Am 24./25.6.1978 wurde auf der neuen Asphaltanlage der Bayernpokal ausgetragen. Bereits ein Jahr später, am 15/16.9.1979 wurde der Deutschlandpokal nach Viechtach vergeben. Durchführender Verein war immer der WSV Viechtach. Da seit längerer Zeit die Verbandsturniere und Meisterschaften nur noch in überdachten Stadien zur Durchführung kommen, wurde an Viechtach kein derartiges Turnier mehr vergeben.
 
Lange vor der Asphaltanlage in Viechtach wurde bereits in Linden die erste sogenannte „Terrazzo-Eisstock-Schießbahn" errichtet. Den alten Hasen bei den Eisschützen ist diese Bahn noch bekannt. Sie unterschied sich von den Eisbahnen nur dadurch, dass nur mit Sonderplatten die angefeuchtet werden mussten, auf nassem Terrazzo schießen konnte.
 
Im Kreis „Pröller" sind in den letzten Jahren mehrere Asphaltbahnen entstanden, die nicht nur für Trainingszwecke geeignet sind. 13 der 18 Kreisvereine verfügen im Sommer über eigene Asphaltbahnen und der FC Altrandsberg über die erste Weitschießbahn im Kreis. Ebenso haben die Vereine EC Furth, ESC Geiersthal und der EEC Gotteszell ihre Bahnen überdacht, so dass dort witterungsunabhängig geschossen werden kann.
 
In den Jahren1965 bis 1972 war im Kreis auch eine Damenmannschaft, EC Patersdorf, aktiv. Es gesellte sich eine weitere Damenmannschaft des EC Schlatzendorf dazu. Beide Mannschaften waren nur bis 1977 im Einsatz und haben sich dann aufgelöst. Erst im Jahr 1992 wurden die Damen des EC Furth wieder aktiv. Bald darauf auch die Damen des FC Altrandsberg, EC Blossersberg, EC Eintracht Gotteszell und EEC Gotteszell.
 
Der Jugendbetrieb beschränkt sich leider seit der Gründung auf eine handvoll Vereine. Hier muss man den EC Linden hervorheben der seit seiner Gründung bis heute Jugendarbeit durchführt und auch die größten Erfolge zu verzeichnen hat. So wurden die Junioren 2003 und 2005 Deutschen Meister im Mannschaftsspiel. Aber auch der EEC Gotteszell und der EC Furth haben in den letzten Jahren mächtig aufgeholt und sind zur Zeit die Hochburg des Schüler- und Jugendsports. 
 
Die Geschichte des Kreises ist unverwechselbar mit Namen und Persönlichkeiten verbunden, die diesen formten und ihren Stempel aufdrückten. In besonderem sind dies der Gründungskreisobmann Georg Apfl, sein Nachfolger Alois Kluge und der unvergessene Fritz Schosser aus Gotteszell, als technischer Leiter des Kreises. Aber auch Ludwig Konther, der 18 Jahre den Kreis führte und Karl Fleischmann als langjähriger Kreisschiedsrichtobmann haben sich große Verdienste um die Fortentwicklung des Kreises erworben. Ihnen gebührt in dieser Stunde der Dank und unsere Anerkennung.